Das Gedächtnis der Welt

„Mein Name ist Thyri. Ich lebe ewig. Solange ich zurückdenken kann, bin ich auf der Erde. Ich suche nach meiner Liebe. Und ich suche nach dem Tod. Gemeinsam werden wir eine Antwort finden auf die Frage: Wer bin ich? Ich kann nicht sterben. Ich darf nicht lieben. Ich bin Thyri.“
 

 

1933 n. Chr.: Thyri hat eine Anstellung im Lesesaal der London Museum Library. Dort, inmitten all der alten Bücher, fühlt sie sich aufgehoben. Sie hat das Gefühl an einem Ort angekommen zu sein, an dem sie sich nicht verstecken muss. Und vielleicht, so hofft sie, findet sie in einem der abertausend Bücher Informationen über ihre Herkunft, ihre Unsterblichkeit – und über Simon, den sie nicht vergessen kann.

Eines Tages wird die Sammlung der Bibliothek um ein ganz besonderes Schmuckstück reicher: Der Codex Sinaiticus, die älteste Bibelübersetzung der Welt, findet seinen Weg nach London. Und während Thyri noch ihr normales Leben genießt, schleicht sich der Codex langsam in ihre Lebenswirklichkeit und verändert alles.

Denn was hat es mit den seltsamen historischen Ungereimtheiten auf sich, die Thyri immer häufiger in den historischen Büchern entdeckt? Sind ihre Freunde, wer sie vorgeben zu sein? Oder findet Thyri unter ihnen vielleicht endlich einen weiteren Ewigen?
 
 
Was ich besonders an dieser Folge mag:

Diesmal rankt sich alles um ein geheimnisvolles Manuskript.
Die meiste Zeit bekommt der Leser dieses Schriftstück zu lesen. Der Rest der Geschichte ergibt sich aus dem Manuskript.
Ein Text im Text sozusagen …
Bei dieser Episode habe ich versucht, das Lösen eines Rätsels in den Vordergrund zu rücken. Es ist also eine Geschichte, die zum Kniffeln und Nachdenken anregt.

Du bist ein Büchernarr? Dann möchte ich dich mitnehmen auf eine Reise der Gefühle.
Kennst du dieses eigenartige Glücksgefühl, wenn man einen Raum betritt, an dessen Wand ein mit Büchern vollgestopftes Regal steht? Ein Rundumblick durchs Zimmer, aber die verflixte Bücherwand zieht dich in ihren Bann, nimmt deine Aufmerksamkeit für sich ein. Und du fragst dich: Kenne ich einige davon? Welche Abenteuer warten da auf mich?
Dieselbe Emotion steigert sich zu einer faszinierenden Anspannung, wenn der Raum, sagen wir mal, in einem Buchladen ist. Ja? Kannst du es schon fühlen? Und zwar ist es eine ganz besondere Buchhandlung, klein und gemütlich, ein wenig beengt vielleicht, sodass die Buchatmosphäre die Oberhand gewinnt und der Duft von Leim und Druckerschwärze die Atemluft verdickt. All deine Lieblingsbücher warten auf dich, sowie brandneue Romane deiner hochgeschätzten Autoren. Du möchtest nichts lieber tun, als durch die Regale zu stöbern, die Druckwerke herausnehmen, zu befühlen und das Geräusch der blätternden Seiten zu hören.
So. Und jetzt nimmst du diesen Gefühlseindruck mit in eine der größten Bibliotheken der 30er Jahre. Uralte Bücher, lederne Einbände, deren Papier oftmals noch mit der Hand beschrieben wurde. Du, umzingelt von jahrtausendealten Erzählungen. Das entfacht eine lodernde Flamme in der Brust jedes Büchernarren.
Dieses starke Gefühl ist die Grundidee zur Erzählung DAS GEDÄCHTNIS DER WELT aus der Serie DIE EWIGEN. Was wäre, wenn man dieses Gefühl nutzen könnte, um die Geschichten in den alten Büchern zu beeinflussen?
Neugierig geworden?
Die Bibliothek ist in diesem Fall die British Museum Library im Jahr 1933, deren legendärer Lesesaal – ein einzigartiger, gigantischer, runder Kuppelbau – zur damaligen Zeit weltberühmt war. Schon Charles Dickens und Karl Marx hatten dort gestöbert und gearbeitet.
Thyri hat es auf geheimnisvolle Weise nach London verschlagen. Während ihrer Arbeit in der Library stößt sie auf geschichtliche Ungereimtheiten. Und was sich daraus ergibt, das liest du am besten selbst. Nur so viel verrate ich schon jetzt: Es geht um Bücher, Bücher, Bücher …

 

Erscheint als E-Book im acabus Verlag. Cover mit freundlicher Genehmigung des acabus Verlags.